Christoph Affolter ist seit fünf Jahren Geschäftsleiter von ARO und teilte uns mit, dass der sehr engagierte und technikbegeisterte Hans Ulrich Amman nach wie vor Eigentümer des Unternehmens sei. Er hatte seine Ingenieurausbildung an der ETH Zürich absolviert und es stets vorgezogen, die Betriebsleitung des Unternehmens einem Geschäftsleiter anzuvertrauen, um sich ganz der Entwicklung neuer Produkte widmen zu können, was dem Unternehmen stets eine sehr vorteilhafte Dynamik einbrachte.
Bei Filteranlagen kommen mehrere Systeme und Anpassungsgrade zur Anwendung
Das Unternehmen bietet zwar verschiedene Produkte wie Magnetabscheider, Kühl- und Heizvorrichtungen oder Ölabscheider an, erzielt jedoch den größten Teil seines Umsatzes mit Filteranlagen. Für diese Geschäftstätigkeit verfügt es über ein Zulieferernetzwerk, das es mit mechanischen Komponenten und Blechteilen versorgt, außerdem werden die Pumpen von renommierten Herstellern gekauft. Auf Grundlage dieser standardisierten Komponenten werden anschließend spezifische Filtersysteme entwickelt. ARO definiert gemeinsam mit den Kunden das optimal auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Filtersystem: Bandfilter, Hochleistungsfilter oder Beutelfilter.
Bandfilter werden oft eingesetzt, wenn das verunreinigte Kühlschmiermittel ungehindert von der Werkzeugmaschine zum Bandfilter ablaufen soll, wozu keine Hebepumpe erforderlich ist. Die Tankgröße kann an die jeweilige Maschine und an den Aufstellungsort angepasst werden. Der sich bildende Filtersee ermöglicht einen effizienten Filtrationsprozess. Dieses System hat den Vorteil, dass es modular erweiterbar ist und den Einbau von Magnetabscheidern, Kühlsystemen bzw. Feinfiltern ohne zusätzlichen Platzbedarf ermöglicht.
Dank des geschlossenen Systems der mit Hochleistungsfiltern ausgerüsteten Anlagen ist der Kühlschmierstoff geschützt und verdunstet wenig. Das Medium wird von der Werkzeugmaschine über eine Hebepumpe in den Hochleistungsfilter befördert. Die mit einem patentierten Späneaustragsystem ausgerüstete Ausführung ermöglicht, Späne ohne Einsatz von Filtervlies aus dem Kühlschmierstoff zu entfernen. Für Band- und Trommelfilter bietet ARO ein spezielles für diese Anwendung geeignetes Vlies. Das Unternehmen verfügt über einen großen Lagerbestand und ermöglicht damit den Kunden, bei Bedarf mehrere Vliese auszuprobieren.
Kunden, die mit hochwertigen Werkstoffen arbeiten, entscheiden sich eher für eine Anlage mit Beutel- oder Kartuschenfiltern. Die aufgefangenen Edelmetalle lassen sich mit Hilfe der entsprechenden Kartuschen leicht zurückgewinnen. Je nach Verschmutzungsgrad und Filtrieranforderungen werden mehrere Feinfiltergehäuse in Serie oder parallel mit Kühlschmierstoff versorgt.
Sobald die Kundenanforderungen klar definiert sind, beginnt ARO Technologies mit dem Entwurf der Anlage. Wenn der Kunde sich mit dem Entwurf einverstanden erklärt, führt das Unternehmen die Montage des gesamten Systems, die elektrische Verkabelung und die Überprüfung der elektronischen Teile durch.
Anschließend erfolgt eine Testserie mit flüssigen Stoffen. „Dank dieses Systems sind wir in der Lage, unseren Kunden „Plug-and-Play“-Produkte zu liefern“, erklärte Christoph Affolter. Als letzter Schritt erfolgt die Aufstellung der Anlage beim Kunden sowie die Schulung der zukünftigen Bediener.
Das Filtersystem wird zwar oft als ein Zubehör betrachtet, das die Kosten der Maschine in die Höhe treibt, ist aber ausschlaggebend für die Qualität und Wiederholbarkeit der Verfahren. „Ein gut konzipiertes und genau auf die Maschine abgestimmtes Qualitätssystem sorgt dafür, dass die Schneidflüssigkeit wesentlich seltener ausgewechselt werden muss, erklärte Christoph Affolter. Außerdem gewährleistet ein solches System eine längere Lebensdauer der Pumpen und Werkzeuge, wodurch das Risiko unerwarteter Produktionsunterbrechungen stark reduziert wird. Angesichts der oben genannten Punkte ist die Investition in eine solche Anlage innerhalb von fünf bis sechs Jahren amortisiert, in manchen Fällen genügt sogar ein Jahr.“
Spezialanlagen
Etwa 20 % der Unternehmenstätigkeit besteht in der Entwicklung von Produkten, die weit über maßgeschneiderte Lösungen hinausgehen. Dabei geht es oft um wesentlich komplexere Systeme mit mehreren Filtrierungsebenen. Meistens sind es Branchen wie die Uhrenindustrie, der es insbesondere um die Rückgewinnung von Edelmetallresten geht, die Medizintechnik- oder die Automobilindustrie, die solche Anlagen bestellen.
„Wir entwickeln darüber hinaus Lösungen für Schneidöle, um zusätzliche Filtrierstufen zu ermöglichen, oder Lösungen mit einer zusätzlichen Pumpe, die eine feinere Filtrierung gewährleisten. Wir arbeiten regelmäßig mit Emulsions- und Ölherstellern zusammen, um optimale Lösungen anbieten zu können“, erklärte der Geschäftsleiter.
Unser Kundendienst macht den Unterschied
ARO Technologies ist in der Lage, sich gegenüber größeren ausländischen Wettbewerbern (insbesondere in Frankreich, Deutschland und Italien) behaupten zu können, weil das Unternehmen erstens die Kompetenz besitzt, maßgeschneiderte und somit genau auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Systeme zu entwickeln, und zweitens einen sehr reaktiven Kundendienst hat. Christoph Affolter betonte, dass es einem Unternehmen mit nur 25 Mitarbeitern (wovon einer im Vertrieb und Kundendienst in Deutschland arbeitet) leichter fällt, Entscheidungen zu treffen: „Wir beginnen täglich vor Arbeitsbeginn mit einer kurzen Besprechung, um die Prioritäten des Tages festzulegen – im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen fällt es uns leicht, den geplanten Tagesablauf zu ändern. Außerdem verfügen wir über einen umfangreichen Lagerbestand an Ersatzteilen für Pumpen und sind somit äußerst reaktionsfähig.“
Die bedrohlichen Wolken, die über der Industrie schwebten, scheinen sich zu verziehen
ARO Technologies erzielt 80 % seines Umsatzes in der Schweiz und hat die Auswirkungen des Abschwungs in der Industrie deutlich zu spüren bekommen; im letzten Quartal 2025 musste das Unternehmen sogar Kurzarbeit einführen. „Alle Bereiche waren vom Wirtschaftsrückgang betroffen. Aber seit Jahresbeginn verzeichnen dieselben Branchen einen deutlichen Aufschwung. Aus diesem Grund bleiben wir optimistisch, was die weitere Entwicklung anbelangt“, schloss der Geschäftsführer.